Anleitung
WordPress selbst warten
Die Monatsroutine in acht Schritten. Wer sie einmal sauber durchläuft, braucht danach etwa eine Stunde pro Durchgang.
Bevor du anfängst
Drei Dinge brauchst du dauerhaft, sonst wird aus Wartung Glücksspiel:
- Ein Backup-Werkzeug, das außerhalb des Webspace speichert. Zum Beispiel UpdraftPlus, BackWPup oder Duplicator mit Ziel Google Drive, Dropbox, S3 oder einem eigenen Server. Welches Plugin passt, zeigt der Backup-Plugin-Vergleich.
- Eine Staging-Umgebung oder zumindest die Bereitschaft, die Seite für zehn Minuten im Wartungsmodus zu haben. Viele Hoster bieten Staging mit einem Klick.
- Zugang zum Hosting (FTP oder SFTP und Datenbank). Wenn ein Update die Seite weiß macht, kommst du über das WordPress-Backend nicht mehr hinein.
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Backup erstellen und prüfen
Vollständiges Backup aus Dateien und Datenbank, bevor du irgendetwas änderst. Prüfe, dass es wirklich fertig ist: Dateigröße plausibel, Datenbank-Dump enthalten, Upload erfolgreich. Ein Backup, das bei 80 Prozent hängen geblieben ist, hilft dir nicht.
Etwa 5 Minuten plus Wartezeit
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Verfügbare Updates sichten
Dashboard → Aktualisierungen. Lies bei jedem Plugin die Versionsnummer: Ein Sprung von 3.2.1 auf 3.2.2 ist ein Bugfix, von 3.x auf 4.0 eine Hauptversion mit möglichen Brüchen. Hauptversionen von Page-Buildern, Shop-Plugins und Themes nie blind einspielen, sondern vorher das Changelog lesen und auf Staging testen.
5 Minuten
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WordPress-Core aktualisieren
Zuerst der Core, dann der Rest. Plugins werden gegen die aktuelle WordPress-Version getestet, nicht umgekehrt. Kleine Core-Updates (7.1.1 auf 7.1.2) spielt WordPress automatisch ein, Hauptversionen bestätigst du manuell. Danach einmal die Startseite im privaten Fenster laden.
2 Minuten
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Theme aktualisieren
Wenn du Änderungen direkt im Theme gemacht hast statt in einem Child-Theme, überschreibt das Update sie. Prüfe das vorher. Nach dem Theme-Update sieht die Seite manchmal für ein paar Minuten kaputt aus, weil Page-Builder wie Elementor ihre CSS-Dateien erst neu erzeugen. Warte zwei Minuten und lade neu, bevor du zurückrollst.
3 Minuten
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Plugins einzeln aktualisieren
Nicht „Alle aktualisieren". Ein Plugin nach dem anderen, dazwischen kurz die Seite laden. Wenn etwas bricht, weißt du sofort, welches Update schuld ist. Caching- und Firewall-Plugins zuerst, danach den Cache leeren. Shop- und Buchungs-Plugins zuletzt und mit besonderer Aufmerksamkeit.
Falle: Cache-Plugins und FirewallsBeim Update von Cache- oder Firewall-Plugins bricht gelegentlich die Antwort des Servers ab, obwohl das Update durchgelaufen ist. Du siehst eine Fehlermeldung, die Seite läuft aber. Prüfe die Versionsnummer in der Plugin-Liste, bevor du das Update wiederholst.
10 bis 30 Minuten, je nach Anzahl
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Sichtprüfung
Im privaten Fenster, damit du nicht auf gecachte oder eingeloggte Versionen schaust: Startseite, eine Unterseite mit viel Layout, Kontaktformular bis zum Absenden, bei Shops ein Testkauf bis zur Zahlungsseite. Einmal auf dem Handy. Dabei die Browser-Konsole offen, JavaScript-Fehler zeigen Konflikte, die man nicht sieht.
10 Minuten
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Protokolle und Benutzer prüfen
Fehlerlog des Hosters oder
wp-content/debug.logauf neue Warnungen durchsehen. Benutzer → Alle: unbekannte Administratoren? Sicherheits-Plugin: blockierte Logins, geänderte Dateien? Wenn du ein Monitoring hast, dort nach Ausfällen seit dem letzten Durchgang schauen.5 Minuten
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Aufräumen und dokumentieren
Inaktive Plugins löschen, Revisionen und Transients bereinigen, Cache leeren. Dann notieren, was du gemacht hast: Datum, Versionen, Auffälligkeiten. Eine Zeile in einer Tabelle reicht. Wenn in drei Wochen etwas nicht funktioniert, ist diese Tabelle der schnellste Weg zur Ursache.
5 Minuten
Wenn ein Update die Seite zerlegt
Ruhe bewahren, es ist fast immer ein Plugin. Reihenfolge:
- Wartungsmodus einschalten oder, wenn das Backend nicht mehr geht, per FTP den Plugin-Ordner des verdächtigen Plugins umbenennen. Damit ist es deaktiviert.
- Lässt sich die Ursache nicht in zehn Minuten finden: Backup von Schritt 1 zurückspielen. Dafür hast du es gemacht.
- Auf Staging das Problem nachstellen, Plugin-Entwickler anschreiben oder das Plugin ersetzen.
Für die häufigsten Fehlerbilder gibt es Schritt-für-Schritt-Hilfen: kritischer Fehler, weißer Bildschirm, Update fehlgeschlagen, Plugin per FTP deaktivieren.
Was du besser nicht automatisierst
WordPress kann Plugins automatisch aktualisieren. Für kleine Seiten mit wenigen, stabilen Plugins ist das in Ordnung. Für alles andere nicht: Automatische Updates laufen ohne Backup davor, ohne Test danach und zu einem Zeitpunkt, den du nicht bestimmst. Wenn nachts um drei ein Update das Kontaktformular abschaltet, merkst du es Tage später. Wie du automatische Updates gezielt konfigurierst, steht im Artikel automatische Updates konfigurieren.
Die Routine oben ist genau das, was ein guter Wartungsdienst automatisiert: Backup vor jedem Update, Updates einzeln, Prüfung danach, Rollback bei Problemen, Protokoll. Wenn du nach zwei Monaten merkst, dass du den Kalendertermin verschiebst, ist das kein Versagen, sondern der Moment, in dem sich ein Anbieter rechnet. Vorher lohnt sich ein kostenloser Website-Check, der zeigt, wo deine Seite heute steht.
Weiterlesen: die Checkliste zum Abhaken · was wirklich schützt · Wartungsmodus aktivieren